Glossar
ASCII-Art-Glossar
Vierzehn Begriffe, die in Foren und Tutorials immer wieder auftauchen. Knapp definiert, mit Hintergrund, ohne Marketing.
- ASCII
- American Standard Code for Information Interchange. Zeichenkodierung aus 128 Zeichen, festgelegt 1963.
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ASCII (American Standard Code for Information Interchange) ist die im Jahr 1963 vom American National Standards Institute verabschiedete Zeichenkodierung mit 128 Codepunkten. 95 davon sind druckbar (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen, Sonderzeichen), 33 sind Steuerzeichen wie Zeilenumbruch oder Tabulator. ASCII bildet die Grundlage fast jeder modernen Textkodierung (UTF-8 ist abwärtskompatibel). Wenn von ASCII Art die Rede ist, sind in der Praxis nur die 95 druckbaren Zeichen gemeint.
Quellen: ASCII (Wikipedia)
- ANSI Art
- Erweiterung von ASCII um Farbe und Block-Zeichen, populär in BBS-Zeit (1980-1995).
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ANSI Art ist die farbige Verwandte von ASCII Art. Sie verwendet zusätzlich zu den 95 druckbaren ASCII-Zeichen die Block-Zeichen aus Codepage 437 (also etwa "█", "▓", "▒", "░") und 16 Farben aus dem ANSI-Escape-Code-Set. Hauptverbreitungsweg waren die Bulletin Board Systems der späten 1980er und frühen 1990er Jahre, in denen ANSI Loginscreens und Menüs blueten. Wer heute ANSI Art sieht, sieht meist Werk aus dieser Szene (zum Beispiel von ACiD oder iCE).
- figlet
- UNIX-Programm zur Erzeugung großer Banner aus ASCII-Buchstaben, seit 1991.
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figlet ist ein Kommandozeilen-Programm, das einen kurzen Text in mehrzeilige Banner-Buchstaben umwandelt. Geschrieben wurde es 1991 von Glenn Chappell und Ian Chai. Der Name steht für "Frank, Ian and Glenns LETters". figlet kennt mehrere hundert Schriftarten (font-Dateien mit Endung .flf), jede legt fest, wie ein einzelner Buchstabe als Mehrzeilen-Block aussieht. Im modernen Web wird häufig figlet.js genutzt, eine reine JavaScript-Portierung, die auch im Browser läuft.
Quellen: figlet auf GitHub
- Monospace-Schrift
- Schriftart mit fester Zeichenbreite. Bedingung für korrekt dargestellte ASCII Art.
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Eine Monospace-Schrift (auch nicht-proportional) ordnet jedem Zeichen die gleiche horizontale Breite zu. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass ASCII Art überhaupt funktioniert: nur wenn jedes "/" und jedes " " gleich breit ist, bleibt die Komposition stabil. Bekannte Monospace-Schriften sind Courier, Consolas, Monaco, Source Code Pro und Geist Mono (was wir hier verwenden). In Word oder Powerpoint sollte man ASCII Art also unbedingt vorher auf Monospace umstellen, sonst zerfällt das Bild.
- .flf (figlet font format)
- Schriftart-Datei für figlet. Definiert pro Zeichen ein Mehrzeilen-Bitmap.
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Das .flf-Format ist der von figlet erfundene Container für eine ASCII-Schriftart. Eine .flf-Datei enthält einen Header (Steuer-Zeichen, Höhe, Optionen) und dann je Zeichen einen Block von Zeilen, die das ASCII-Bitmap dieses Zeichens darstellen. Es gibt im Netz Bibliotheken mit mehreren tausend .flf-Schriften. Die 13 in diesem Tool ausgelieferten Schriften sind kuratiert aus der figlet-Standardverteilung.
- Graustufen-Mapping
- Verfahren, das je Pixel anhand seiner Helligkeit ein passendes ASCII-Zeichen wählt.
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Beim Wandeln eines Bildes in ASCII Art wird jedes Pixel oder jeder Block von Pixeln zuerst in seinen Graustufen-Wert umgerechnet (0 = schwarz, 255 = weiss). Danach mappt der Algorithmus diesen Wert auf eine Zeichenpalette wie zum Beispiel "@%#*+=-:. " (von dunkel nach hell). Dunkles Pixel = dichtes Zeichen, helles Pixel = dünnes Zeichen. Die Reihenfolge der Zeichen ist die wichtigste Stellschraube für das Endergebnis.
- Zeichen-Aspect-Ratio
- Ein Monospace-Zeichen ist höher als breit (etwa 2:1). Muss beim Konvertieren berücksichtigt werden.
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Im Gegensatz zu einem quadratischen Pixel ist ein Monospace-Zeichen ungefähr doppelt so hoch wie breit (genaue Werte je Schriftart: 2,0 bis 2,2). Ein ASCII-Konverter muss das Bild deshalb vertikal komprimieren, sonst wirkt der ASCII-Ausdruck stark in die Höhe gezogen. In diesem Tool läuft die Kompression mit Faktor 2,15 (Geist Mono).
- BBS (Bulletin Board System)
- Früher Vorläufer des Web (1980-1995), zentrales Blütenfeld für ANSI- und ASCII-Art.
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Ein BBS war eine Telefon-Wahl-Verbindung zu einem Server-PC, von dem man Nachrichten, Files und Forenbeiträge herunterladen konnte. Login-Bildschirme, Menüs und Forensignaturen wurden mit ANSI Art gestaltet. Aus dieser Szene stammen die meisten klassischen ANSI- und ASCII-Sets, die noch heute auf textfiles.com archiviert sind. Mit der Verbreitung des Webs ab 1995 verschwand das BBS-Phänomen, die Aesthetik lebt im Demoscene-Kontext weiter.
- Codepage 437
- IBM-PC-Zeichensatz mit Block- und Linienzeichen. Grundlage von ANSI Art.
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Codepage 437 ist der originale Zeichensatz des IBM-PC aus dem Jahr 1981. Sie ergänzt ASCII um 128 weitere Zeichen, darunter die Block-Zeichen "█", "▓", "▒", "░" und die Linien-Zeichen "─", "│", "┌". Diese erlauben es, in einer Textkonsole rechteckige Flächen zu füllen und Boxen zu zeichnen, was die Grundlage von ANSI Art ist.
- Unicode
- Internationaler Zeichensatzstandard mit über 150.000 Zeichen. Erlaubt erweitertes ASCII.
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Unicode (genauer: der Unicode-Standard) definiert eine eindeutige Nummer für jedes Zeichen aller Schriftsysteme der Welt sowie für Symbole, Emojis und Sonderzeichen. UTF-8 ist die häufigste Kodierung. Mit Unicode lassen sich ASCII-ähnliche Werke um Glyphen wie "♥", "★", "█" oder "═" erweitern, was den optischen Spielraum dramatisch erhöht. Manche Sprachforumsregeln verbieten diese Erweiterung, in den meisten Online-Plattformen sind sie aber Standard.
- Kerning in ASCII Art
- Anpassung des Abstands zwischen ASCII-Buchstaben, damit das Banner kompakt wirkt.
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Kerning meint im klassischen Typografie-Sinn die feine Anpassung des Abstands zwischen zwei benachbarten Buchstaben. In figlet übernimmt das die sogenannte "smushing"-Logik: aufeinanderfolgende Buchstaben werden überlappt, wenn ihre Ränder es zulassen, und so wirken Bannerschriften wie "Slant" oder "Big" sauber zusammenhängend.
- Invertieren (Negativbild)
- Helligkeitsumkehr eines Bildes vor der ASCII-Konvertierung.
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Invertieren tauscht hell und dunkel: aus weiss wird schwarz und umgekehrt. In der ASCII-Konvertierung lohnt sich der Knopf vor allem dann, wenn das Ergebnis später auf einem dunklen Hintergrund (Discord-Embed, Terminal mit dunklem Theme) gelesen wird. Auf hellem Papier-Druck möchte man invertieren nicht.
- Kantendetektor (Edge Detection)
- Algorithmus, der Konturen im Bild verstärkt, bevor das ASCII-Mapping erfolgt.
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Ein Kantendetektor wie Sobel oder Canny berechnet pro Pixel, wie stark sich die Helligkeit zu den Nachbar-Pixeln ändert. Wendet man ihn vor der ASCII-Konvertierung an, treten Konturen deutlicher hervor und das Endbild ist klarer als bei reinem Graustufen-Mapping. Dieses Tool nutzt eine vereinfachte Sobel-Variante optional über den Schalter Kontrast.
- Plain Text vs. HTML-Export
- Plain Text ist universal, HTML behält Farben. Wer wo nutzen?
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Plain Text kopiert ASCII Art unformatiert in die Zwischenablage und passt damit überall hin, wo Monospace gerendert wird (Slack-Code-Blocks, Discord-Spoiler, README, Terminal). HTML-Export behält zusätzlich Farbe und kann auf Webseiten eingebettet werden. Für reine Bild-Ausgabe ist der PNG-Export am robustesten, weil das Ergebnis immer gleich aussieht und unabhängig von der Empfänger-Schriftart ist.